Enduro-Ritter Enduro-Ritter
Marcus Kehr 03.07.2007 10:05 Uhr

Hallo Leute,


zuerst möchte ich mich bei meinen Fans und Besuchern meiner Website für die netten Gästebucheinträge, sowie deren Geduld mit mir bedanken. Leider bleibt zwischen den drei Rennserien, dem ständigen Training und der vielen Rumreiserei nicht immer genug Zeit die News zu aktualisieren. Nun aber will ich Euch berichten, wie es in der Enduro-WM, DM und German Cross Country bisher für mich gelaufen ist.



Enduro-WM


Nach dem DM-Auftakt in Uelsen hieß es schon bald Koffer packen und es ging in den hohen Norden zum WM-Auftakt nach Schweden. Nach einer endlosen Autofahrt, die gefühlt Wochen dauerte, kamen wir in Östersund an. Schnee, Eis, Kälte, Kälte und nochmals Kälte beherrschte dort das Geschehen. Trotz wesentlich stärkerer Konkurrenz dieses Jahr in der Klasse E3, konnte ich meine Platzierungen aus dem Vorjahr fast wiederholen. Am Ende der 8. und 9. Rang. Zweimal Top Ten das war schon okay für diese Verhältnisse. Jedoch wäre noch mehr drin gewesen, aber leider waren unsere Motorräder nicht so optimal hergerichtet wie ich es mir gewünscht hätte. Was noch zu erwähnen wäre, ist der dortige Enduro-Test. Mit knapp 20 Minuten Fahrzeit ist dieser einfach nur endlos. Wir haben dreieinhalb Stunden für das Ablaufen gebraucht. Das sind Dimensionen, für uns Deutsche fast unvorstellbar…

Die nächsten Läufe der Enduro-WM folgten in Spanien und Portugal. Wieder machten wir uns mit unserem Bus auf die ca. 3000 km lange Rundreise.
Zuerst ging es nach Spanien. Ich war 2004 schon mal hier in Puerto Lumbreras und hatte alles in bester Erinnerung. Auch diesmal war es wieder eine absolute Veranstaltung. TOP! Herrliche Prüfungen, sonniges Wetter, alles hat gepasst. Auch meine Ergebnisse stimmten mich zufrieden. Zweimal 6., zumal die Zeiten auch passten.
Motiviert ging es weiter nach Marco de Canavezes, Portugal. Und ich wollte noch eins draufsetzten. Doch der erste Tag war eine Katastrophe, ich fand nie so recht meinen Rhythmus. Da wir diesmal als E3-Fahrer als Erste starten mussten, waren noch keine Spuren in den felsig steinigen Prüfungen, so dass ich mit meiner Zweitakter mehr am Rutschen, als am Fahren war. Am Ende der elfte Platz. Schlecht! Der absolut schlechteste Tag in der diesjährigen WM-Saison. Am folgenden Tag sollte es allerdings viel besser laufen. Super Zeiten, keine Schnitzer, einmal sogar viertbeste Zeit und zum Schluss noch einmal die Zweitbeste im Extrem-Test. Am Ende erneut 6., wobei zum 5. nicht viel gefehlt hatte. Super, ich war zufrieden!!

Der 4. Lauf in Borno, Italien sollte allerdings für mich ein rabenschwarzes Wochenende werden. Gleich am ersten Tag ein Höllencrash. Abflug im vierten, fünften Gang. Kurze Zeit bewusstlos, Krankenhaus… Zum Glück war nichts gebrochen, alles nur gestaucht und ich konnte am Abend die Klinik schon wieder verlassen. Das hätte dumm ausgehen können! Wie es passieren konnte? Es war auf dem Crosstest und die Strecke führte an bzw. über Wiesen. Und da versteckten sich ab und an, größere und kleiner kantige Steine und ich musste eben genau so einen „großen Batzen“ erwischen. Sch…! So schnell kann es gehen… Am zweiten Fahrtag war natürlich nicht an einen Start zu denken und so schrieb ich zwei „Nuller“ und rutschte in der WM-Wertung auf den achten Platz ab.


Enduro-DM


Zwischenzeitlich galt es im März noch den zweiten DM-Lauf in Dahlen zu bestreiten. Das war mal wieder eine echt schöne Geländefahrt. Durch den herrlichen Sonnenschein war die Strecke nicht ganz so aufgeweicht wie sonst. Alles wunderbar zu fahren. Meine Klasse konnte ich erneut gewinnen. Auch die Championats-Wertung konnte ich mit 25 Sekunden Vorsprung auf Mike Hartmann für mich entscheiden.

Mit dem Extrem-Enduro in Amtzell gab es eine Premiere. Noch nie wurde so in der Form ein Lauf zur Enduro-DM ausgetragen. Eine relativ kurze Runde, die es allerdings in sich hatte. Geröllfelder, Auf- und Abfahrten, Baumstämme. Alles was das Enduro-Herz begehrt. Die Runde war die Etappe an sich, wurde aber auch als Test gefahren. Am Ende lag ich knapp unter einer Stunde Gesamt-Prüfungszeit. Habe meine Klasse mit über einer Minute Vorsprung auf Ralf Scheidhauer gewonnen. Im Championat musste ich mich diese Mal meinem Teamkollegen Mike Hartmann beugen, der an diesem Tag einfach super gefahren ist. Kompliment! Ganz zufrieden war ich mit mir aber nicht, klar wollte ich wieder gewinnen! Aber Zweiter ist auch okay. Die Veranstaltung an sich hat mir echt gut gefallen. So etwas hat Zukunft, zumal der Veranstalter sich echt Mühe gegeben eine schöne Runde abgesteckt hatte.


German Cross Country

Der Auftakt fand im Tollwitzer Sandkessel statt. Für mich war es der erste Lauf überhaupt in dieser Rennserie und ich musste auch gleich gehörig Lehrgeld zahlen. Noch nicht in allen Dingen 100%ig Bescheid gewusst und orientiert an meinen GCC-erfahrenen Teamkollegen Jan Zulauf und Ralf Scheidhauer, sind wir eine halbe Minute zu spät zum Vorstart erschienen! So mussten wir warten bis das komplette Feld gestartet war, erst dann durften wir hinterhetzten, was wegen der immensen Staubentwicklung nicht wirklich einfach war. So kam was kommen musste. Gleich in der ersten Runde ein deftiger Sturz. Beim Betanken nach der Rennhälfte, das nächste Missgeschick. Da unmittelbar vor mir mein Teamkollege Falko Karbautzki rein kam, musste ich warten und verlor erneut wertvolle Zeit. Am Ende war nicht mehr als der achte Platz drin. Ein Rennen eigentlich zum vergessen. Schöner Mist, so hatte ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt, das war schon sehr enttäuschend. Deshalb sollte und musste es in Walldorf viel besser klappen.


Hoch motiviert ging es in die zweite GCC-Runde nach Walldorf. Auch dieser Kurs gefiel mir viel besser. So wie eben Cross-Country immer sein sollte. Zu gleichen Teilen halb Enduro und halb Moto-Cross. Nicht alles auf engstem Raum, etwas weitläufiger und schön flüssig zu fahren. Herrlich! Das Rennen war auch in Ordnung, einzig mein Sturz beim Start hätte nicht sein müssen. So hätte ich vielleicht den Zweiten Arnaud Demeester noch einholen können. Jener fuhr aber komplett durch und ich musste einmal tanken, so war leider kein Rankommen an den Franzosen. Gewonnen hat übrigens wie auch schon in Tollwitz Samuli Aro…

Der 3. Lauf der GCC fand in Höchstädt statt. Und das war genau eine Woche nach meinem kapitalen Abflug von Italien. Immer noch geplagt von starken Schmerzen wollte ich es trotzdem versuchen. Nach einer reichlichen Stunde Fahrzeit ging aber nichts mehr und ich entschloss mich lieber doch rauszufahren. Der Rücken und die Halswirbelsäule schmerzten unbeschreiblich. Ein paar Punkte habe ich dennoch kassiert, aber naja, das war dann eher nebensächlich.

Letztes Wochenende war dann in Mernes das 4. Rennen. Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde fast ausschließlich auf der Moto Cross-Strecke gefahren. Kaum Enduro-Anteile, was mir nicht unbedingt in die Karten spielte. Aber gut, damit muss man leben und das Beste daraus machen. Seltsamer Weise hatte ich, mit mir unbekannten Problemen zu kämpfen. Tierischste Blasen an den Händen und auch noch eine defekte Brille. Am Ende war es der 4. Platz. Ich war ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden, zumal ich nach dem Start eine Weile auf Rang Zwei gelegen hatte…


GCC Mernes

Gib fünf…



In diesem Sinne, bis bald in alter Frische
Euer Marcus

PS: Vielleicht sieht man sich am Samstag bei „Rund um Börnichen“. Ich freue mich jedenfalls schon mächtig drauf!
Marcus Kehr 07.03.2007 21:53 Uhr

Hallo Leute...

...möchte nun endlich mal meine News für euch aktualisieren.

Auf gehts...also nach einigen Trainingswochen in Spanien und Norddeutschland, fühlte ich mich gut trainiert für die kommende Saison. Geplant war für mich die Klasse E3 in der DM und WM mit der 300er zu fahren, doch zwei Wochen vor dem Saisonstart in Uelsen, erfuhr ich von von KTM, das ich zur DM in der Klasse E2 mit einer 250er starten werde. Von diesem Tag an, eiferte ich natürlich noch mehr dem ersten Rennen entgegen, denn es ist eine neue Herausforderung für mich.

Am vergangenem Wochenende war es dann soweit, wir machten uns auf den Weg nach Uelsen. Zum Glück war es dieses Jahr mal nicht gefroren. Leider gab es aber nur eine Sonderprüfung die vier mal gefahren werden musste. Etwas ungewohnt ist für mich meine neue Startnummer #118. Da ich mit dieser Nummer von weit hinten startete, fuhr ich in der Prüfung auf einige Fahrer auf, was mich natürlich einige wertvolle Sekunden kostete. Am Ende gewann ich meine neue Klasse, trotz einiger Diskrepanzen, mit über dreißig Sekunden Vorsprung auf Ralf Scheidhauer. Im Championat kämpfte ich bis zur letzten Runde mit meinem Teamkollegen, Arne Domeyer aus der Klasse E1. Er hätte eigendlich auch mit sechs Sekunden Vorsprung das Championat gewonnen, wenn er nicht in der zweiten Runde an der Zeitkontrolle 60 Strafsekunden bekommen hätte.

Uelsen 2007
1.Lauf zur Enduro-DM in Uelsen

Als Nächstes mach ich mich, gemeinsam mit Mike Hartmann, auf den Weg nach Schweden zum ersten WM-Lauf wo ich in der E3 mit der Startnummer #5 antreten werde.

Bis dahin, Euer Marcus.

Marcus Kehr 15.12.2006 19:04 Uhr

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten und
ein gesundes Neues Jahr 2007


wünscht Euch Euer Marcus

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen,
mich bei allen Betreuern, Sponsoren und Fans
für die vielseitige Unterstützung im vergangenen Jahr
zu bedanken.
Marcus Kehr 13.12.2006 00:16 Uhr
Hallo Leute...

...wollte nun endlich mal wieder meine News aktualisieren, is ja auch seid Zschopau ne Menge los gewesen.

Wie ihr ja sicherlich bereits wisst, habe ich Zschopau gewonnen und damit die gesamte Deutsche Meisterschaft ungeschlagen beendet. Was natürlich für mich und mein Team ein riesen Erfolg war, möchte mich auch an dieser Stelle bei allen Sponsoren, Helfern,Betreuern, meinem Teamchef BvZ, unserem Mechaniker Mike und meinen Eltern ganz herzlich bedanken. Glückwunsch auch an meine beiden Teamkollegen Mike Hartmann (Deutscher Meister E1) und Marco Straubel (Deutscher Meister E2). Natürlich möchte ich mich auch recht herzlich bei meinen Fans für die tolle Unterstützung und Treue bedanken.

Nachdem die Deutsche Meisterschaft beendet war, versuchte ich mich intensiv auf die Six Days in Neuseeland vorzubereiten, da ich ja vor hatte mit der großen 4-Takt an den Start zu gehen. Das hies für mich Fahrtraining um mich möglichst schnell an das neue Motorrad zu gewöhnen. Nach der anstrengenden Reise, "kurze" 38 Stunden, kamen wir endlich im Hotel an. Ohne zu verschnaufen ging es dann sofort ins Fahrerlager um die Motorräder vorzubereiten.

Die "Six" selbst warfür mich anstrengend zu fahren, da der Boden durch den starken Regen sehr tief und zerfahren war. Natürlich kam ich auch mit dem Motorrad noch nicht optimal zurecht. Trotzdem denke ich das der vierte Platz für uns ein Erfolg war!

Wieder daheim angekommen ging es am Sonntag dem 10.12.06 zur Sportlerwahl ins Tivoli nach Freiberg. Dort wurde ich überraschender Weise zum "Sportler des Jahres" im Landkreis Freiberg gewählt. Darüber freute ich mich sehr, weil es auch eine Würdigung und Anerkennung unseres Endurosport´s ist. Vielen Dank an die Wähler für die vielen Stimmen.

So das soll es nun erstmal von mir dazu gewesen sein...

Bis bald, Euer Marcus
Marcus Kehr 30.09.2006 11:58 Uhr
Hallo Leute...

...sorry das ich mich schon lange nicht mehr bei euch gemeldet habe, hatte in letzter Zeit viel mit der Planung und den Vertragsverhandlungen für nächstes Jahr zu tun, und nebenbei waren ja auch noch ein paar Rennen. :-)

Aber erstmal der Reihe nach, nach Burg ging es nach Bad Windsheim zum sechsten DM-Lauf, wo vier Runden mit insgesamt zwölf Prüfungen zu fahren hatten. Die Anzahl der Prüfungen war kein großes Problem, da so etwas in der WM ja normal ist. Ich bin mit den Prüfungen gut zurecht gekommen, und konnte meine Klasse und die Championatswertung mit gutem Vorsprung gewinnen.

Am Dienstag nach Bad Windsheim ging es dann in die Slowakei zum vorletzten WM-Lauf, wo ich mit den Gegebenheiten ganz gut zurecht gekommen bin. Der Lauf in der Slowakei war bis jetzt der einfachste in diesem Jahr, reichlich Zeit an den ZK`s und die Strecke ging viel über Waldwege. Aber letzendlich geht es ja um die Prüfungen, und da wird immer am "Kabel" gezogen. Am ersten Tag machte ich einige Fehler die mich reichlich Zeit kosteten, und im letzten Enduro-Test hab ich mich dann bei einem Sprung im Wald nochmal ordentlich überschlagen. Naja am Ende an beiden Tagen der fünfte Platz, womit ich auch zufrieden bin.

Vom WM-Lauf in der Slowakei ging es dann gleich in der nächsten Woche zum Vorletzten DM-Lauf nach Dachsbach, wo ich meinen ersten Titel in dieser Saison feiern konnte. In meiner Klasse konnte ich jede Prüfungszeit für mich entscheiden, was den Sieg vor Bert Meyer bedeutete, und auch im Championat konnte ich knapp vor meinem Teamkollegen Mike Hartmann gewinnen. Durch den Sieg im Championat konnte ich schon vorzeitig vorm Finale in Zschopau Deutscher Enduro-Champion werden.

Die Woche darauf war kein Meisterschaftslauf, diese Zeit nutzte ich aber, um bei uns im Erzgebirge beim MC-Amtsberg ein Drei-Stunden-Enduro zu fahren. Die Organisatoren hatten sich viel Mühe gegeben, dieses schöne Rennen auf die Beine zu stellen. Ich konnte die Lizenzklasse und die Gesamtwertung vor Ralf Scheidhauer gewinnen.

Am Dienstag darauf machten sich meine Eltern und ich auf den Weg nach Frankreich zum WM-Finale, schon beim Ablaufen der Prüfungen war uns klar das der Veranstalter beim Streckenbau alles gegeben hat. Zu allem Überfluss fing es dann auch noch abartig an mit regnen, was sich das ganze Wochenende nicht mehr ändern sollte. Der erste Tag bestätigte das dann auch, Prüfungen und Strecke waren durch den starken Regen teilweise hart an der Grenze des Fahrbaren. Es gab in den Prüfungen von Runde zu Runde immer wieder neue Umleitungen, bei mir selbst lief es eigentlich ganz gut, bis meine Gabel anfing mit Auslaufen und ich das ganze Öl auf die Bremsscheibe bekam, und ab da fast keine Vorderbremse mehr hatte. Am ersten Tag belegte ich deswegen ganz knapp hinter Anders Eriksson den siebenden Platz. Am nächsten Tag ging es bei starkem Regen und wenig Motivation auf die total zerfahrene Strecke, die am Ende zum Glück nur zweimal zu fahren war, denn der Veranstalter hatte die letzte Runde abgebrochen. An diesem Tag konnte ich nochmal einen fünften Platz in meiner Klasse belegen, wär sogar in der Klasse E1 mit meiner Zeit dritter geworden. Am Ende dieser langen und harten WM-Saison steht nun für mich der 5. Platz in der Weltmeisterschaft zu Buche, worüber mein Team, mein Umfeld und natürlich ich total glücklich sind!!!

So das soll es erstmal von mir gewesen sein, ich hoffe ich sehe euch alle beim großen Finale "Rund um Zschopau"

Bis bald, Euer Marcus.
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