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Marcus Kehr 09.03.2009 18:05 Uhr
Hallo Leute,

gestern ist nun endlich der, für mich lang ersehnte Startschuss zur diesjährigen Enduro-Saison gefallen. In Uelsen, nahe der deutsch-holländischen Grenze, fand wie jedes Jahr der Auftakt zur Deutschen Enduro-Meisterschaft statt.

Aber der Reihe nach. Letzte Woche bin ich zu meinem Teamkollege Arne Domeyer in den hohen Norden aufgebrochen und habe mich bei ihm in Kaltenkirchen erst einmal für ein paar Tage eingenistet. So konnten wir zusammen noch etwas im Sand trainieren. Zudem habe ich mein Motorrad bei BvZ in Karlshof mit vorbereitet. Das ist für mich extrem wichtig und gehört einfach mit dazu. So konnte ich noch kleinere Abstimmungen mit Mike Wronna vornehmen und testen, damit meine geliebte 300er zum Auftakt auch perfekt läuft. Am vergangen Donnerstag gab es noch einmal ein Training mit Arne und Marco Straubel. Alles lief perfekt, außer dass ich mir an diesem Tag eine heftige Grippe zugezogen habe. So bin ich doch ziemlich verschnupft und mit dickem Hals in Uelsen angekommen. Aber was soll`s...

In diesem Jahr gab es nur eine Wertungsprüfung, die mir aber persönlich sehr gut gefallen hat. Sie war abwechslungsreich gesteckt, mit Sand- und Schlammpassagen sowie engen Waldabschnitten. Dort hat der Veranstalter wirklich das Optimale herausgeholt. Ansonsten war die Streckenführung, wie gewohnt, eher unspektakulär. Trotz aller Bemühungen der Organisatoren kann man diese Veranstaltung nicht als Geländefahrt bezeichnen. Wenn man aus der einzigen Prüfung herauskommt und dann eine knappe Stunde nur noch über Feldwege bis zum Rundenziel rollt, ist das nicht wirklich ein Vergnügen...

Für mich persönlich lief es, trotz Grippe und das ich teilweise auf den Etappen gefroren habe wie ein junger Hund, an diesem Tag optimal. Ich konnte meine Klasse mit vier Bestzeiten und einer knappen Minute Vorsprung vor dem Holländer Mark Wassink gewinnen. Im Championat war die Sache nicht ganz so eindeutig. Doch auch hier reichte es am Ende und ich setze mich gegen meinen Teamkollegen Arne Domeyer durch, der starker Zweiter wurde. Gefreut habe ich mich auch, dass sich unser BvZ-Team in so starker Form präsentierte. Neben Arne (E1) konnte auch Marco Straubel (E2) den Tagessieg für uns einfahren. In Uelsen waren auch eine Menge Ausländer am Start, was ich sehr schön fand, es wertet so einen Meisterschaftslauf doch gehörig auf. Nach meinem Geschmack wurden allerdings Eriksson, Persson, Kuklik und co. doch etwas unter Wert geschlagen...

DEM Uelsen 2009

So nun heißt es, die Woche über die Grippe vollständig auszukurieren, damit es am Sonntag gesund zur iberischen WEC-Rundreise losgehen kann. In vierzehn Tagen startet die WEC in Penafiel / Portugal und eine Woche später geht es in Igualada/Spanien weiter. Ich hoffe, ich kann dort meine Zielsetzung TOP 5 erfüllen. Es wird zwar in meiner Klasse mit der hochkarätigen Besetzung extrem schwer werden, aber mein Ziel steht!
Ich hoffe, Ihr drückt mir die Daumen!

Bis bald, in alter Frische
Euer Marcus
Marcus Kehr 20.02.2009 19:42 Uhr
Hallo Leute,

ich freue mich, dass ich Euch auf meiner neu gestalteten Internetseite begrüßen darf. Ich bin vom neuen Design wirklich restlos begeistert ! Vielen DANK an meine zwei Macher!
Mein neues Maskotchen auf der Webseite, welches Teichi für mich entworfen hat, wird mir hoffentlich in dieser Saison Glück bringen!

Nach längere Funkstille gibt es nun wieder einiges Neues zu berichten. Der Saisonauftakt steht unmittelbar vor der Tür und so bin ich seit Anfang des Jahres straff mit der Vorbereitung beschäftigt.
Am 10. Januar ging es deshalb erst einmal für viereinhalb Wochen nach Spanien zum Trainieren. Mit dabei mein Vater Gert, mein Freund und Rucksackfahrer Bastl, unsere Hundedame Stella, drei Motorräder, zwei Rennräder, Unmengen an Klamotten und Reifen.
Zunächst nisteten wir uns für zweieinhalb Wochen in der Nähe von Girona ein. In dieser Region gibt es im nahen Umkreis unfassbar viele MotoCross- wie auch Enduro-Strecken, die jederzeit ohne Probleme benutzt werden können. Unglaublich auch, in welchem Top-Zustand diese sind. Hervorragend präpariert, geschoben und gut befahrbar. Aber nicht nur das. Unzählig viele Fahrer waren auf den verschieden Strecken unterwegs. So habe ich unter anderem die MX-Größen Cedric Melotte und Annti Phyronen sowie E1-Champion Mika Ahola und Tadeuz Blazusiak getroffen.

Training in Spanien 09

Neben dem Motorradfahren galt es zudem ein umfangreiches Fitness-Programm zu absolvieren. Im Mittelpunkt Athletik, Kraft und Ausdauer. So kamen bei diesem herrlichen sonnigen Wetter auch unsere Rennräder mehrmals zum Einsatz.
Nach den ersten zweieinhalb Wochen ging es dann in die Nähe von Valencia, genauer gesagt nach Benicassim, wo Stefan Everts und Pit Beirer für das MotoCross und Enduro KTM-Werksteam einen Trainingslehrgang organisiert hatten. Dort nahm ich auch mein neues Motorrad von KTM in Empfang. Und dann hieß es, eine Woche mit den Enduro-Werksfahrern trainieren und lernen, Fahrtechniken abschauen, verschiedene Einstellungen am Motorrad vornehmen und ausprobieren und immer wieder fahren, fahren, fahren.. ...und Gas geben!
Auch bei den Motocrossern um Max Nagl & Co. haben wir mal reingeschnuppert. Es ist schon gigantisch, welchen Speed die so an den Tag legen. Alles in allem war es schon ein riesiges Erlebnis mit Leuten, wie Aro, Aubert und Cervantes einmal ein gemainsames Training abzuhalten. Erst da merkt man wirklich die Unterschiede, welche in einer Prüfung eben diese paar Sekunden ausmachen, die noch bis zur Spitze fehlen.

Training in Spanien 09
Abschauen und lernen heißt die Devise!

Nach dieser ereignisreichen und auch aufregenden Woche ging es noch einmal für die restlichen Tage zurück in die Region um Girona. Nach wie vor hatten wir TOP-Wetter und so konnte ich noch einige schöne Strecken unsicher machen, bevor es ins kalte Deutschland zurückging.

Training in Spanien 09

Hier angekommen, galt es ersteinmal alles zu erledigen, was im letzten Monat so liegen geblieben war. Ich war auch noch zwei, dreimal fahren, bevor bei uns zu Hause der Winter einbrach. So sattelte ich, aufgrund der imensen Schneemassen doch noch einmal auf Spikes um, was ich eigentlich vermeiden wollte.
Kommende Woche geht es nun noch einmal nach Italien zum Trainieren. Und dann denke ich, bin ich gut gerüstet für den Saison-Auftakt in Uelsen. Ich hoffe, es gibt dort keinen Frost. Ansonsten kann ich kaum erwarten, dass es bald los geht. Ich freue mich schon mächtig auf den Saionstart!
Vielleicht sieht man den ein oder anderen dort?

Bis dahin, in alter Frische
Euer Marcus
Marcus Kehr 24.12.2008 14:01 Uhr

Ich wünsche
allen Freunden, Bekannten und Fahrerkollegen
sowie den Besuchern meiner Website
ein frohes & besinnliches Weihnachtsfest
sowie einen guten Start ins neue Jahr 2009!


Bis bald in alter Frische,
Euer Marcus


Marcus Kehr 29.10.2008 23:03 Uhr
Hallo Leute,

bevor ich morgen 6:30 Uhr den Flieger Richtung Zypern besteige, um dort einige Wochen für KTM Adventure Tours tätig zu sein, wollte ich Euch noch berichten, wie es mir beim Finallauf in Zschopau so ergangen ist.
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Rund um Zschopau war, wie immer, eine anspruchsvolle und durchweg gelungene Veranstaltung. Die Organisatoren hatten jederzeit alles voll im Griff und ich denke, es ist jeder, vom Profi bis zum ambitionierten Hobbyfahrer, voll auf seine Kosten gekommen. Auch wenn immer wieder behauptet wird, Zschopau sei nicht mehr das, was es einmal war, so muss ich sagen: Wenn man drei Runden im Gelände absolviert, mit je drei Prüfungen und dort auf hohem Niveau um jede Zehntelsekunde fightet, so ist das doch eine anstrengende und kräfteraubende Geländefahrt. Aber gerade deswegen fahre ich hier so unheimlich gerne. Zum einen kommt mir die Strecke sehr entgegen, zum anderen ist das Event mitten in meiner Heimatregion!
Glücklicherweise war die Meisterschaft schon vorher entschieden. So konnte ich die ganze Sache sehr entspannt angehen. Daher hat es mich auch wenig geärgert, dass ich in der zweiten Runde im Spezialtest einen kleinen Sturz hatte. Irgendwie war die Spur bergab, die ich in der ersten Runde gewählt hatte, nicht mehr so optimal. Durch eine Querrinne mit Anlieger hat es mein Hinterrad ungewollt ausgehoben und ich kam einfach nicht mehr zum Bremsen. Aber ansonsten lief alles rund und ich konnte meine Klasse mit weit über zwei Minuten Vorsprung gewinnen. Auch den Sieg des Tagesschnellsten konnte ich für mich verbuchen. Zweiter wurde mein Teamkollege Marco Straubel, der in Zschopau seinen E3-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigte. Glückwunsch!

DEM Zschopau 2008

Da nun die sportliche Saison für 2008 abgeschlossen ist, wollte ich mich gern noch einmal bei den Leuten bedanken, die mich die Saison über unterstützt haben: Natürlich bei meinen Eltern, bei Norbert Zaha & KTM Deutschland, bei Bert von Zitzewitz & seinem Team BvZ KTM Racing. Ganz besonders bei Mike Wronna, der mir wirklich immer und jederzeit eine einwandfrei hergerichtete Maschine hinstellte! Bei meinem Rucksackfahrer Bastel, bei allen Betreuern, bei den Leuten von KTM Adventure Tours. Danke für die tolle Zusammenarbeit! Bei meinen vielen Team- und Privat-Sponsoren, ohne die der „ganze Wahnsinn“ eigentlich gar nicht machbar wäre. Bei Teichi, der mich immer mit zahlreichen Fotos versorgt. Bei all den vielen Fans, die mich immer auf der Strecke anfeuern…
Vielen, vielen DANK an Euch alle!!! Ich hoffe, dass wir nächste Saison zusammen nahtlos dort anknüpfen können, wo wir jetzt aufgehört haben…

Bis dahin, in alter Frische
Euer Marcus

DEM Zschopau 2008
Marcus Kehr 15.10.2008 12:45 Uhr
Hallo Leute,

nachdem ich nun gestern vom WEC-Finallauf aus Mende/Frankreich nach Hause gekommen bin, zieht nun langsam etwas Ruhe ein und es wird Zeit Euch zu berichten, wie das vergangene Wochenende verlaufen ist.

Im Großen und Ganzen war es für mich persönlich ein eher unspektakuläres Wochenende.
Der Cross- und der Enduro-Test waren beide ziemlich schnell gesteckt, mit teilweise langen Kurven. Der Extrem-Test war schon eher nach meinem Geschmack, jedoch fand ich am ersten Fahrtag durch das dortige Geröllfeld nie wirklich eine gute Spur. Da hatte ich mir ein Ding zu Recht gemacht! In jeder Runde bin ich dort hängen geblieben. Das hat mich, über den Tag gesehen, mindestens 15 Sekunden gekostet. Dann passierte mir noch ein weiteres Missgeschick. Irgendwo auf der Etappe habe ich meine Gürteltasche mit dem Werkzeug verloren. Zum Glück habe ich sie an diesem Tag aber nicht mehr gebraucht.
Am Ende stand nach Fahrttag eins der fünfte Platz zu Buche. Da Stefan Merriman ausfiel, rückte ich bis auf zwei Zähler wieder an ihn heran.
Der zweite Tag lief ähnlich wie der erste. Zunächst hatte ich wieder Schwierigkeiten im Geröllfeld. Aber ab der zweiten Runde fand ich dann endlich eine gute Spur.
Dafür leistete ich mir im Cross-Test den einzigen Sturz des Wochenendes. Auf der Etappe wurden dann Christophe Nambotin und ich von einem Bauer aufgehalten, der gerade eine Herde von hunderten von Schafen über die Strecke trieb. So mussten wir uns irgendwie da durch mogeln. An der letzten ZK war noch einmal großes Hallo. Alle Teamchefs waren vor Ort um ihren Fahrern zu gratulieren. Auch bei uns Fahrern untereinander wich nun die Anspannung und es wurden Sprüche geklopft. Das war ein schöner Abschluss! Ich beendete den Tag auf Platz sieben. In der E3-Gesamtwertung bedeutete das Platz sechs. Zum fünften Rang reichte es leider nicht mehr. Wie auch, Stefan Merriman setzte zum Schluss noch einmal einen eindrucksvollen Tagessieg!

Ich muss sagen, der Finallauf in Mende war ein absolut WEC-würdiges Finale! Super Strecke, Top-Organisation, tausende Fans und herrlichstes, sonniges Wetter. Dazu das einmalige Flair in Mende, wo inmitten der historischen Altstadt das Parc Fermé untergebracht war. Die Siegerehrung fand genau vor der großen städtischen Kathedrale statt. Dazu die Stimmung der vielen Zuschauer und Fans. Eine Traumkulisse und ein unvergessliches Erlebnis! Hier hat der Endurosport noch einen ganz anderen Stellenwert. Das war Wahnsinn!!!

WEC Mende 2008

Jetzt bin ich aber erst einmal froh, dass die Saison bis auf das DEM-Finale in Zschopau, gelaufen ist. Den geplanten Einsatz beim Finale der Enduro-EM in Holland habe ich kurzer Hand abgesagt. Der erste Fahrtag ist ungewöhnlicherweise schon am Freitag. Somit ist es für mich zeitlich nicht möglich, alles vernünftig unter einen Hut zu bekommen.
Ich muss sagen, ich bin auch schon ziemlich geschlaucht und ich merke im Moment jeden einzelnen Knochen. Die Erholung zwischen den einzelnen Läufen fällt zum Ende der Saison hin immer schwerer. Die Regenerationszeit dauert einfach länger. Es sind ja nicht nur die Läufe an sich, sondern auch die immensen Anfahrtswege zu den einzelnen WEC-Läufen. Ich weiß gar nicht, wie viele tausende Kilometer ich mit dem Bus dieses Jahr quer durch Europa abgespult habe…

Zum Schluss möchte ich mich noch bei einigen wichtigen Leuten bedanken, ohne die es mir nicht möglich gewesen wäre, meine bisher beste WEC-Saison zu bestreiten:
Zuerst geht mein Dank an Fabio Farioli und sein gesamtes Team, welche mir jedes Mal ein perfekt hergerichtetes Motorrad hingestellt haben. Auch wenn sie es, bezüglich der strengen Phone-Messung in diesem Jahr, nicht immer leicht mit mir hatten. Aber die Leute vom Farioli-Team haben es immer hinbekommen, so dass ich mich voll auf das Fahren konzentrieren konnte! Dazu eine super Betreuung und eine erstklassige technische Unterstützung, Danke dafür! MILLE GRAZIE!!!
Dann natürlich bei KTM Deutschland und bei meinem Team BvZ-Racing, die es mir überhaupt erst ermöglichten in der WEC zu starten und die die ganze Saison immer 100%ig hinter mir standen.
Bei meiner Mutter und meinem Vater, die mich immer bis zum Äußersten unterstützt haben. Es ist schon Gold wert, wenn man jemanden dabei hat, auf den man sich verlassen kann und der an den Prüfungen und auch auf und neben der Strecke immer für einen da ist! Gerade mein Vater hatte nicht immer den leichtesten Job als Rucksack-Fahrer. Jetzt in Frankreich zum Beispiel, war er nicht weniger fertig als ich. Da ich mit Stefan Merriman in einer Minute startete, hat sich mein Vater immer sofort an dessen Rucksackfahrer rangehangen, um so schnell als möglich von Prüfung zu Prüfung zu kommen. Der Rucksackfahrer war aber kein geringerer, als der Aprilia-Teamchef selbst, die italienische Enduro-Legende namens Stefano Passeri…
Ein Dankeschön auch an Jochen, der immer vor Ort ist wo es brennt und dort die richtigen Spuren weißt. Und an Matthias, der mir freundlicherweise ein Bild von Mende für meine Homepage zur Verfügung gestellt hat.

Jetzt hoffe ich, dass Zschopau ein würdiges DEM-Finale wird. Obwohl in der Meisterschaft für mich alles schon entschieden ist, werde ich bei meinem Heimrennen vor den vielen tausend Fans noch einmal alles geben, versprochen! Ich freue mich schon darauf…

Bis dahin, in alter Frische
Euer Marcus
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